Die Arbeitsweise von Unternehmen für Inkasso

Die Arbeitsweise von Unternehmen für Inkasso

5 November 2019
 Kategorien: Finanzen & Geld, Blog


Um die Zahlung bei unbeglichenen Rechnungen (Forderung) zu realisieren, beauftragen eine Vielzahl an Unternehmen, Privatpersonen und Selbstständige (Gläubiger) mit dem Beitreiben der Forderung Unternehmen für Inkasso. Unternehmen für Inkasso oder auch Inkassounternehmen sind auf das Forderungsmanagement spezialisierte, gesetzlich regulierte Dienstleister. Sie handeln entweder in Vollmacht des Gläubigers oder kaufen die Forderung vom Gläubiger auf (Abtretung). Voraussetzung ist, dass die Forderungen kaufmännisch ausgemahnt und nicht gerichtlich geltend gemacht sind.

Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen für Inkasso kann sich für den Gläubiger insbesondere dann lohnen, wenn das Inkassounternehmen erfolgsabhängig arbeitet. Bei einem Misserfolg entstehen so für den Gläubiger keine Kosten. Zudem verfügen Inkassounternehmen in der Regel aufgrund ihrer Spezialisierung über einen sehr großen Erfahrungsschatz im Bereich des Inkassos und kennen alle für das Beitreiben der Forderung zur Verfügung stehenden Rechtsmittel.

Basis für das Tätigwerden von Inkassounternehmen ist die Rechtmäßigkeit der Forderung. Zu Beginn des Beitreibens überprüfen sie nochmals sachlich und seriös die Forderung des Gläubigers im Hinblick auf ihre Schlüssigkeit und ihren korrekten Werdegang. Darüber hinaus gilt es abschließend festzustellen, dass der Schuldner tatsächlich im Zahlungsverzug ist und er keine Rechtsmittel gegen die Fälligkeit der Forderung wie das Aufrechnen mit „Gegenforderungen“ erklärt hat.

Sofern die Rechtmäßigkeit und der Zahlungsverzug für die Forderung des Gläubigers bestätigt sind, nimmt das Inkassounternehmen zunächst die Rolle als Mediator zwischen Schuldner und Gläubiger ein. Denn nicht selten sind Zahlungsverzüge unverschuldet. Sowohl mit dem Gläubiger als auch mit dem Schuldner gemeinsam werden lösungsorientiert Kompromisse und Optionen untersucht, um die Forderung für den Gläubiger in voller Höhe zu realisieren und das Risiko für den Totalausfall der Forderung zu reduzieren. Solche Kompromisse und Optionen können ein Teilerlass der Forderung, die Stundung der Forderung insgesamt oder die Stundung der Forderung in Form einer Ratenzahlung sein.

Ist die Mediation im Ergebnis erfolglos und bleibt der Schuldner weiterhin zahlungsunwillig, leitet das Unternehmen für Inkasso, wie beispielsweise das Inkassobüro Förstner GmbH, in der Regel das außergerichtliche Mahnverfahren ein. Der Schuldner wird dabei mehrfach schriftlich zur Zahlung angemahnt. Auch wird weiterhin das persönliche oder telefonische Gespräch mit dem Schuldner gesucht. Scheitern alle außergerichtlichen Bemühungen, steht es dem Gläubiger frei, das gerichtliche Mahnverfahren bei einem Amtsgericht einzuleiten. Inkassounternehmen verfügen generell über eine Vertretungsbefugnis bei Amtsgerichten, wenn sie dort nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung registriert sind.

Sollte das Amtsgericht die Forderung des Gläubigers als rechtmäßig feststellen, erklärt es die Forderung als rechtskräftig und stellt dem Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid aus. Dieser Bescheid ist dann für das Inkassounternehmen die Grundlage, um gegen den Schuldner entsprechende Vollziehungsmaßnahmen wie Pfändungen einzuleiten und mittels Gerichtsvollzieher durchführen zu lassen. Sollten die Vollziehungsmaßnahmen nicht zum Erfolg führen, kann das Inkassounternehmen beauftragt werden, die Bonität des Schuldners zu überwachen (maximal 30 Jahre), so dass die Vollziehungsmaßnahmen jederzeit neu aufleben können.